R-Cycle ist der offene und global einsetzbare Standard zur Rückverfolgung von Kunststoffverpackungen entlang des Lebenszyklus.

Ziel ist die Recyclingfähigkeit durch eine lückenlose Dokumentation aller recycling-relevanten Verpackungseigenschaften auf Basis etablierter Technologien zu gewährleisten. Im Recyclingprozess können damit Verpackungen genau identifiziert und das daraus resultierende Rezyklat zur Verarbeitung in vielfältigen und hochwertigen Kunststoffprodukten genutzt werden.

R-Cycle:
Kunststoffe nachverfolgen
und recyceln

Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe – eine Herausforderung

In Folie verpacktes frisches Fleisch, bunte Joghurtbecher, verschweißte Transportsäcke für Blumenerde: Was für den Laien wie einfaches Plastik aussieht, ist in Wahrheit ein Hightechprodukt. Kunststoffverpackungen aller Branchen sind heute vor allem eins – komplex. Je nach Produkt müssen sie vielfältige Anforderungen erfüllen, zum Beispiel vor Schmutz und Keimen schützen, die Haltbarkeit und den sicheren Transport vom Produzenten bis zum Verbraucher sicherstellen oder auch die für Verbraucher und Handel notwendigen Informationen transportieren.

Um den vielseitigen Anforderungen gerecht zu werden, bestehen Kunststoffverpackungen meist aus mehreren verschiedenen Materialien. Folien bestehen in der Regel aus mehreren Schichten unterschiedlicher Kunststoffe und sind beispielsweise mit Etiketten aus Papier versehen. Deckel bestehen oft aus einer anderen Kunststoffsorte als das dazugehörige Gefäß. Zusätzlich werden häufig Druckfarben und Klebstoffe bei der Herstellung von Verpackungen eingesetzt.

Grundsätzlich gilt: Je mehr unterschiedliche Materialien in einer Verpackung verarbeitet sind, desto schwerer lassen sie sich recyceln. Zudem sind die verschiedenen enthaltenen Materialien derzeit in der zurückgeführten Verpackung nicht identifizierbar. Recyclingunternehmen können heute nicht sicher feststellen, aus welchen Bestandteilen eine Verpackung besteht – eine Herausforderung für die Kreislaufwirtschaft.

EU-Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft

Anfang 2020 hat die Europäische Union ihren Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft veröffentlicht, um Wirtschaft und Industrie in eine kreislauforientierte, nachhaltige Zukunft zu führen. Der neue Plan soll insbesondere sicherstellen, dass Kunststoffverpackungen künftig rückverfolgbar und somit besser recyclingfähig sind. Der Aktionsplan sieht mehr als 50 Maßnahmen vor – angefangen bei der Digitalisierung von Produktinformationen bis zur schrittweisen Entwicklung vereinheitlichter Systeme –, um Informationen über Ressourcen nachzuverfolgen und verwalten zu können.

Derzeit wird dem Aktionsplan der EU noch keine Lösung auf dem Markt vollständig gerecht. Die Branche ist also mehr denn je gefordert, Ideen zu entwickeln, um langfristig eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe zu etablieren. Seit über zwei Jahren wird bereits mit R-Cycle an einer funktionierenden Lösung gearbeitet, mit der die Rückverfolgbarkeit von Einwegkunststoffen sichergestellt ist und somit hochwertiges Recycling möglich wird.

Kreislaufwirtschaft in der Praxis

R-Cycle liefert die Lösung

R-Cycle schafft eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Wiederverwertung von Kunststoffen: Eine Markierung macht die Verpackung identifizierbar. Über eine cloud-basierte Datenbank lässt sich die gesamte Wertschöpfungskette zurückverfolgen, bis hin zu den eingesetzten Rohstoffen.

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Den Kreislauf schließen

Mit R-Cycle geht es in großen Schritten voran

Entwicklung eines IoT-Gateways und der notwendigen Serverinfrastruktur, Aufbau standardisierter Formate zum sicheren Datenaustausch, Verwendung von globalen Identifikationsnummern: Gemeinsam mit Verpackungsherstellern, Markenanbietern und Groß- und Einzelhändlern implementieren wir einen praktikablen Lösungsansatz – und machen große Schritte in Richtung einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft.

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Übergreifende Kooperationen

Die Branche zusammenführen

R-Cycle ist ein offenes System, an dem sich jeder beteiligen kann. Sie sind an unserem Produkt interessiert? Sie möchten mit uns gemeinsam Politik und Gesellschaft innovative Lösungen anbieten und einen globalen Standard für die Kunststoffkreislaufwirtschaft etablieren? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

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Häufige Fragen

Warum ist Kunststoffrecycling so schwierig?

Anders als Aluminium oder Papier sind Verpackungen aus Kunststoff in den meisten Fällen nicht homogen, sondern bestehen aus zahlreichen verschiedenen Komponenten, zum Beispiel aus verschiedenen Kunststoffen, Additiven, Druckfarben oder Klebstoffen. Das erschwert die Sortierung im Recyclingprozess, weil sich recyclingfähige Kunststoffe nicht prozesssicher von nicht-recyclingfähigen Kunststoffen unterscheiden lassen. Eine Einordnung in sortenreine Fraktionen ist daher aktuell kaum möglich.

Aus den heutigen Fraktionen können nur minderwertige Rezyklate gewonnen werden, die sich lediglich für ein sehr schmales Spektrum von Anwendungen eignen (zum Beispiel zur Herstellung von Mülltonnen oder Parkbänken). Für hochwertige Anwendungen, wie Lebensmittelverpackungen, ist minderwertiges Rezyklat nicht verwendbar. Ein großer Anteil des Kunststoffabfalls wird daher nur thermisch verwertet (Verbrennung). Um Rezyklat beispielsweise zu Lebensmittelverpackungen verarbeiten zu können, muss sichergestellt sein, dass das Rezyklat nicht mit gefährlichen Stoffen verunreinigt ist. Dies erfordert zwingend eine Rückverfolgbarkeit der Herkunft des Rezyklats.

Steht die Initiative zu anderen Initiativen in Konkurrenz?

R-Cycle steht in keiner Konkurrenz zu anderen Initiativen. R-Cycle wurde vielmehr als komplementäres Projekt zu bestehenden Kreislaufwirtschaftsinitiativen aufgesetzt. Im Gegensatz zu anderen Initiativen richtet R-Cycle den Fokus auf den Aufbau notwendiger Datenbanken, um Verpackungsinformationen abzuspeichern und zur Verfügung zu stellen. Die Ergebnisse anderer Initiativen, etwa von solchen, die sich auf Markierungstechnologien konzentrieren, bilden die Voraussetzung für das Funktionieren von R-Cycle. Umgekehrt können andere Initiativen auf der von R-Cycle entwickelten Datenwelt aufsetzen. Somit bietet R-Cycle ein komplementäres Konzept zu anderen Kreislaufwirtschaftinitiativen.

Muss ich künftig Geschäftsgeheimnisse wie etwa Rezepturen offenlegen?

Nein, zum Beispiel ist die Rezeptur von Cola streng geheim. Und obwohl alle Zusatzstoffe auf den Flaschen angegeben sind, kann niemand das Getränk kopieren. Künftig sollen mit R-Cycle alle recyclingrelevanten Informationen angegeben werden. Prozessdaten oder Inhaltsstoffe, die keinen relevanten Einfluss auf den Recyclingvorgang haben, gehören nicht dazu. Zudem verfügt das System über verschiedene Berechtigungsstufen: Endverbraucher können nicht die gleichen Informationen einsehen wie Hersteller.