11.02.2022

PDS4CircularPlastics

GS1 startet Projekt für Anwendungsempfehlung auf Basis von R-Cycle

Unter dem Dach von GS1 Germany wurde das Projekt PDS4CircularPlastics (Processes and data sharing approach for enabling circular plastics value networks) gestartet. Das Ziel ist eine GS1 Anwendungsempfehlung zu erarbeiten, die die recycling-relevanten Prozessschritte in der Kunststoffproduktion beschreibt und die erforderlichen Attribute für den Datentransfer entlang der Wertschöpfungskette darstellt. GS1 ist das führende globale Netzwerk für branchenübergreifende Prozessentwicklung und GS1 Standards werden unter anderem für mehr als sechs Milliarden gescannte Barcodes am Tag verwendet.

Das Projekt basiert dabei auf den Erkenntnissen der R-Cycle Initiative. Die recycling-relevanten Daten werden in sogenannten digitalen Produktpässen automatisiert gespeichert und können von allen Teilnehmern der Wertschöpfungskette ausgelesen und ergänzt werden. Dies bildet den Ausgangspunkt für kreislauffähige Prozesse und deren Operationalisierung.

Dr. Benedikt Brenken, Direktor der R-Cycle Initiative, erklärt: „Der Schritt in Richtung GS1 Anwendungsempfehlung stellt für uns einen wichtigen Meilenstein dar. Mit GS1 Germany, die uns als R-Cycle Gründungsmitglied bereits seit der ersten Stunde unterstützen, haben wir den relevanten Partner an unserer Seite, um unseren Ansatz als Industriestandard zu etablieren.“

Dr. Benedikt Brenken - Leiter R-Cycle Initiative

Dr. Benedikt Brenken, Direktor der R-Cycle Initiative.

Sarah Grede, Senior Manager Sustainability bei GS1 Germany, ergänzt: „Die standardisierte Erfassung recycling-relevanter Datenattribute im Kunststoffproduktionsprozess bietet enormes Potenzial für die Kreislaufwirtschaft. Daher freut es uns sehr, jetzt mit Marktteilnehmern und GS1-Expert:innen im Rahmen unserer Gremien gemeinsam die Optimierung der Wertschöpfungsnetzwerke voranzutreiben.“

Sarah Grede, Senior Manager Sustainability bei GS1 Germany.

Eine besonders interessante Anwendungsmöglichkeit besteht im Bereich Waste Management. Schaut man sich heutige Abfallströme an, lassen sich wiederverwertbare Kunststoffverpackungen für ein hochwertiges Recycling nicht exakt sortieren. Erfassen jedoch Produktionsmaschinen recycling-relevante Eigenschaften automatisch in einem digitalen Produktpass, leiten ihn durch die Wertschöpfungskette und machen ihn über eine entsprechende Markierung (z.B. digitale Wasserzeichen) auf der Verpackung abrufbar, so können Abfallsortieranlagen verwertbare Verpackungen identifizieren und recyclingfreundliche sowie sortenreine Fraktionen bilden. Dies ist die Grundlage für die Gewinnung hochwertiger Rezyklate zum Aufbau einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.

Neben der Verbesserung der Produktnachhaltigkeit steigern Hersteller durch den Einsatz des digitalen Produktpasses außerdem ihre Prozesseffizienz und Produktqualität. Präzise Informationen über die Produktion und die Produkteigenschaften des Ausgangsmaterials, bieten einen Mehrwert für die Kunden im nachgelagerten Prozess.