06.09.2021

NÄCHSTE TESTPHASE FÜR DIGITALE WASSERZEICHEN

Start von halbindustriellen Versuchen zur intelligenten Sortierung von Verpackungsabfällen

AIM, der europäische Verband der Markenhersteller, und die „Alliance to End Plastic Waste“ haben ihre Partnerschaft angekündigt, um die nächste Entwicklungsphase für die intelligente Abfallsortierung im Rahmen der „Digital Watermarks Initiative HolyGrail 2.0“ voranzutreiben. Sie werden mit der Stadt Kopenhagen zusammenarbeiten, um die halbindustrielle Testphase des Pilotprojekts durchzuführen. Mit diesem Meilenstein kommen die Entwickler der präzisen Identifizierung und Sortierung von Kunststoffverpackungsabfällen durch digitale Wasserzeichen einen Schritt näher.

R-Cycle ist ein aktiver Teilnehmer an „HolyGrail 2.0“ als Teil des Arbeitspakets „Datenmanagement“, um diese Initiative mit dem Know-how des R-Cycle-Konsortiums voranzutreiben und sicherzustellen, dass sich beide Ansätze gegenseitig ergänzen.

In den nächsten vier Monaten wird ein Prototyp einer Sortiererkennungseinheit im Amager Resource Centre (ARC) in Kopenhagen installiert, wo die Versuche und Demonstrationen mit etwa 125.000 Verpackungsstücken, die bis zu 260 verschiedene Lagerhaltungseinheiten (SKUs) repräsentieren, stattfinden werden. Die Ingenieure werden mehrere Parameter testen, darunter die Geschwindigkeit und die Genauigkeit des Systems, um sicherzustellen, dass es den Anforderungen im industriellen Betrieb in vollem Umfang standhalten kann. Im Erfolgsfall könnten die mit digitalen Wasserzeichen versehenen Produkte in der ersten Jahreshälfte 2022 in Dänemark, Frankreich und Deutschland zu Demonstrationszwecken und zur Erprobung im industriellen Maßstab bereits in die Supermarkt-Regale Einzug halten.

Digitale Wasserzeichen sind nicht wahrnehmbare Codes von der Größe einer Briefmarke. Sie bedecken die Oberfläche einer Konsumgüterverpackung und tragen eine Vielzahl von Attributen wie Verpackungstyp, Material und Verwendung. Die gebrauchten Verpackungen werden gesammelt und auf der Sortieranlage mit einer hochauflösenden Kamera gescannt, die das digitale Wasserzeichen erkennt und entschlüsselt. Die Verpackungen werden dann anhand bestimmter Merkmale wie Lebensmittel, Non-Food oder Polymertypen in entsprechende Ströme sortiert. Dies führt zu genaueren Sortierströmen und hochwertigeren Rezyklaten, die in die Wertschöpfungskette für Kunststoffverpackungen zurückgeführt werden.

Im Rahmen mehrerer R-Cycle-Pilotprojekte wurden bereits digitale Wasserzeichen auf Prototyp-Verpackungen aufgebracht und mit sogenannten digitalen Produktpässen der R-Cycle-Datenplattform verknüpft, die recyclingrelevante Eigenschaften enthalten.