06.10.2020

R-Cycle schreitet voran

Konsortial-Mitglieder stellen Pilotprojekte auf zweitem Präsenztreffen vor

Am 6. Oktober trafen sich alle Mitglieder des R-Cycle Konsortiums zu ihrem zweiten Präsenztreffen auf strategischer Ebene. Arburg, Kautex Maschinenbau, Reifenhäuser, das Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) an der RWTH Aachen sowie GS1 Germany folgten der Einladung von Brückner Maschinenbau zu deren Stammsitz in Siegsdorf am Chiemsee.

Wie derzeit üblich, finden die operativen Meetings zwar momentan weitestgehend digital statt – den angelaufenen Pilotprojekten merkt man diesen Umstand jedoch keineswegs an. Der Fokus des Workshops lag auf der Präsentation der praktischen Anwendung von R-Cycle sowie den Fortschritten in der Weiterentwicklung des zugrundeliegenden Standards. So konnten sich die jeweiligen Projektleiter und Geschäftsführer der Konsortial-Mitglieder persönlich austauschen und gemeinsam die strategische Ausrichtung von R-Cycle weiterentwickeln.

Dr. Benedikt Brenken, Direktor R-Cycle Initiative, erklärt: „Auch wenn wir über digitale Plattformen sehr effizient zusammenarbeiten, so ist der persönliche Kontakt – trotz Maske und/oder Abstand – wichtig, um Projektergebnisse zu bewerten und neue Strategien zu diskutieren. Es ist beeindruckend zu sehen, welche Fortschritte das Projekt innerhalb von nur gut drei Monaten seit dem offiziellen Kick-off im Juni gemacht hat. So konnten wir im realen Betrieb und in verschiedenen Anwendungen die Funktionalität von R-Cycle erfolgreich demonstrieren. Dieser Übergang von der Theorie in die Praxis ist entscheidend für die weitere Entwicklung und den Erfolg der Initiative.“

So zeigt eines der vorgestellten Pilotprojekte die Funktionsweise von R-Cycle für den nachhaltigen Einsatz von Stretchfolie im Logistikbereich. Deutschlands führender Stretchfolienproduzent POLIFILM EXTRUSION produziert dafür eine spezielle Folie zur Sicherung von Transportpaletten für den auf Gastronomiekunden spezialisierten Großmarkt METRO GASTRO Düren. Vor der Folienproduktion wurde die betreffende Castfolien-Anlage bei POLIFILM mit der R-Cycle Datenplattform vernetzt. Während der Produktion der Folienrollen werden alle recyclingrelevanten Daten in Echtzeit abgespeichert. Zur unternehmensübergreifenden Übermittlung dieser Daten werden Standards von GS1 Germany – bekannt durch Standards und Lösungen rund um den Barcode – verwendet. Die Daten können über eine Markierung der Folie im Sortier- und Recyclingprozess abgerufen werden, um die sortenreine Trennung der Folienabfälle vorzunehmen. So kann aus der verbrauchten Folie ein reines Rezyklat gewonnen werden, um wiederum neue Stretchfolien nach dem „Cradle-to-Cradle“-Prinzip zu produzieren.

Neben den Pilotprojekten wurde zudem die Vernetzung des Konsortiums mit weiteren Partnern entlang der Wertschöpfungskette von Plastikverpackungen bis zum anschließenden Recyclingprozess vorangetrieben. Michael Baumeister, Geschäftsführer Technik & Logistik bei Brückner Maschinenbau, erklärte: „Wir freuen uns sehr, dieses Mal Gastgeber für das Konsortium zu sein. Die Initiative R-Cycle ist zur Realisierung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft für Kunststoffabfälle eine entscheidende Grundlage. Durch die übergreifende Kooperation und Hinzunahme weiterer Partner entlang der Wertschöpfungskette wird die hohe Relevanz des Themas unterstrichen.“